Wallfahrtskirche Straßengel

Judendorf-Straßengel

© Stadt Graz (Tourismus)

Die auf einem Hügel errichtete Wallfahrtskirche zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten der Hochgotik in Österreich. Mit der spätgotischen Wehrmauer, dem Pfarrhof, der Taverne und dem barocken "Neugebäude" bildet die Kirche ein weithin sichtbares Architekturensemble. Grund- und Aufrissgestaltung der dreischiffigen Hallenkirche stehen in engem Zusammenhang mit dem 1304 bis 1340 errichteten Chor des Wiener Stephansdomes. Auch die Bauplastik, die Blattkapitelle, die reliefierten Konsolen und Schlusssteine sind stilistisch mit der "Wiener Bauhütte" in Verbindung zu bringen.

Von kunstgeschichtlicher Bedeutung ist die Bauplastik am Turm mit den Statuen der Maria und den sieben Engeln aus der Apokalypse, mit den Konsolköpfen der Stifter und Bauherren und mit ihren Wappen, sowie die Tympanareliefs des Westportals und des Südportals. Bemerkenswert sind die um 1350 bis 1370 entstandenen Glasgemälde der Chor- und Südfenster. Das ikonografische Programm der 147 Scheiben, umfasst Szenen aus dem Alten Testament, marianische und christologische Themen, Darstellungen der Erzengel und Evangelisten sowie Apostel-, Propheten- und Heiligenserien.

Von der spätbarocken, 1885 erneuerten Ausstattung, haben sich die von Martin Johann Schmidt ("Kremser Schmidt") 1781 gemalten Gemälde des Nepomuk- und Sebastiansaltares sowie die Kanzel erhalten. Ikonografisch bemerkenswert sind der 1723 errichtete Altar mit der spätbarocken Anna-Selbdritt-Wiedergabe sowie das Gewölbefresko der "Heiligen Sippe" (um 1750).
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